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Freiheit und Islam – ein Widerspruch?

Freiheit und Islam – ein Widerspruch? Diese Frage diskutierten am 9. und 10. Oktober in Bonn auf Einladung der Friedrich-Naumann-Stiftung fast drei Dutzend renommierte Referenten aus dem In- und Ausland vor rund 130 Teilnehmern. Es ging um das Konzept der Freiheit im Islam und im Liberalismus, sowohl in seinen politisch-philosophischen Grundlagen als auch seinen unmittelbaren Auswirkungen auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Hier finden Sie eine kurze Zusammenfassung aller Panels und jeweils die Möglichkeit, sich Vorträge und Präsentationen – soweit vorhanden – herunterzuladen.

Eröffnung: Irmgard Schwaetzer, Mitglied des Vorstandes der Friedrich-Naumann-Stiftung, Potsdam

Einführung: Hans-Günter Gnodtke, Beauftragter für den Dialog mit der islamischen Welt, Auswärtiges Amt, Berlin


Die Panels in der Übersicht:


I Freiheit und Islam – ein Widerspruch?

Der Koran betont beides: sowohl die Allmacht Gottes als auch die Freiheit des Menschen.
Ist alles vorbestimmt oder in die Verantwortung des Menschen gestellt? Das ist die zentrale Frage, das Kernproblem im Islam, das den Muslimen aufgegeben ist. In der heutigen Zeit ist die Diskussion um Freiheit nicht zu trennen von der Forderung nach Demokratie, Menschen- und Bürgerrechten, die in allen islamischen Staaten von einer großen Bevölkerungsmehrheit getragen wird.

Moderation: Robert Nef, Liberales Institut, Schweiz

Vortrag 1: Saad Eddin Ibrahim, Direktor Ibn Khaldoun Center, Professor für politische Soziologie, Amerikanische Universität, Kairo

Vortrag 2: Sadek al-Azm, Professor für Philosophie, Universität Damaskus

Vortrag 3 (in arab. Sprache): Mohamed Sabila, Professor für Philosophie, Mohamed V Universität, Präsident der marokk. Gesellschaft für Philosophie, Rabat

Vortrag 4: Prof. Erich Weede, Universität Bonn (engl. Version)


II/1 Der Karikaturenstreit und die Grenzen der Meinungs- und Pressefreiheit

Während die Mehrheit der europäischen Bevölkerung nicht bereit ist, von dem nahezu uneingeschränkten Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit abzurücken,
fordern viele Vertreter islamischer Staaten, dem Schutz religiöser Gefühle Vorrang einzuräumen. Ist eine Ausweitung der Tabuzonen nötig? Durch welche Strategien bzw. Verhaltensregeln können künftig Polarisierungen zwischen Individuen und Gesellschaften unterschiedlicher Wertesysteme vermieden werden?

Moderation: Detmar Doering, Leiter des Liberalen Institutes der Friedrich-Naumann-Stiftung, Potsdam

Vortrag 1: Warum fühlen sich die Muslime provoziert?
Emad Hajjaj, Karikaturist, Amman

Vortrag 2 (in arab. Sprache): Joking as a Lethal Weapon
Sari Nusseibeh, Professor für Philosophie, Präsident Al-Quds Universität, Jerusalem

Vortrag 3: Meinungsfreiheit ist nicht verhandelbar
Lord Russel-Johnston, Ausschuss für Kultur, Wissenschaft und Erziehung, Ehrenpräsident der Liberalen Fraktion, Europarat, Straßburg

Vortrag 4: Blasphemie. Zur Struktur massenwirksamer Beleidigung
Christoph Türcke, Professor für Philosophie, Universität Leipzig


II/2 Religionsfreiheit in islamischen Ländern

Trotz des bekannten Koransatzes „Es gibt keinen Zwang in der Religion“ ist ein Übertritt von Muslimen zu anderen Religionen bis heute so gut wie ausgeschlossen. Der soziale Druck auf nicht-muslimische Minderheiten vor allem in Ägypten und der Türkei nimmt in jüngster Vergangenheit wieder zu. Aber es gibt auch ermutigende Beispiele des inter-religiösen Miteinander in den arabischen Staaten.

Moderation: Irmgard Schwaetzer, Mitglied des Vorstandes der Friedrich-Naumann-Stiftung, Potsdam

Vortrag 1: Iyad Barghouti, Direktor des Ramallah Center for Human Rights Studies, Ramallah

Vortrag 2: Hayrettin Öksesiz, Universität Antalya

Vortrag 3: Otmar Oehring, Direktor der Fachstelle Menschenrechte, Missio, Aachen

Vortrag 4: Youssef Sidhom, Herausgeber „El Watani“, Kairo



III/1 Die vergessene Macht – Frauen im Wandel der islamischen Welt

Die Diskriminierung der Frauen in islamischen Ländern ist nicht nur durch Kultur und Tradition begründet, sondern auch durch den Islam – besser gesagt: durch die männliche Interpretation des Koran. Vertreterinnen des islamischen Feminismus verlangen nach einer neuen, einer weiblichen Interpretation und sehen im Koran den Schlüssel für die Befreiung der Frauen. Mit dem neuen Personenstandsrecht in Marokko sind sie ihrer Befreiung schon ein Stück näher gekommen.

Moderation: Hoda Elsadda, Professor of the Contemporary Arab World, Universität Manchester

Vortrag 1: Nehmt den Männern den Koran – Für eine weibliche Interpretation des Islam
Nahed Selim, Journalistin, Kairo/Amsterdam

Vortrag 2: Strategien für eine bessere Beteiligung von Frauen im öffentlichen Leben und der
demokratischen Entwicklung der MENA-Region
Can Paker, Turkish Economic and Social Studies Foundation (TESEV), Istanbul

Vortrag 3: Die Reform der marokkanischen Mudawwana - Vom Anspruch zur Wirklichkeit
Jamila Siouri, Rechtsanwältin, Vorsitzende FNARIL, Rabat

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