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| Regionalbüroleiter Ronald Meinardus mit führenden Mitgliedern liberaler Parteien Ägyptens |
„Das Netzwerk Arabischer Liberaler basiert auf den Prinzipien der Freiheit, der Verantwortung, des Pluralismus, der Toleranz, der Marktwirtschaft, des zivilen Staates sowie der Trennung von Staat und Religion“, heißt es in dem internen Positionspapier, das die Delegierten nach intensiven Beratungen beschlossen. Die arabischen Liberalen setzen sich für freie und faire Wahlen ein; im regionalen Schulterschluss wollen sie Front machen gegen die autoritären und korrupten Praktiken der arabischen Regierungen. Als regionales Netzwerk zielt NAL zudem darauf ab, die arabischen Standpunkte offensiv in internationalen Gremien, vor allem auch gegenüber befreundeten liberalen Organisationen, zu kommunizieren. In dem Positionspapier kritisieren die arabischen Liberalen „das unfaire und doppelbödige Verhalten einiger internationaler Mächte“ in der Region.
Das politische Umfeld für den Liberalismus ist in der arabischen Welt in hohem Maße unwirtlich. An mehreren Fronten bläst den arabischen Freiheitsfreunden der Wind ins Gesicht. Im arabischen Sprachraum ist der Begriff „liberal“ negativ besetzt, wird gleichgesetzt mit Sittenverfall, Sünde und sexuellen Perversionen. Das liberale Konzept gilt als westliches Importprodukt. Eine große Hypothek ist dies angesichts der in breiten Mehrheiten als anti-arabisch perzipierten Politik der westlichen Mächte in der Region.
Front gegen Fundamentalisten
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| Mohamed Tamaldou (Marokko) und Mohamed Arslan (jordanien) leiten die Diskussionen |
Neben dem repressiven Charakter der meisten Regime sehen die arabischen Liberalen den wachsenden religiösen Fundamentalismus als die größte Herausforderung. In allen Ländern der Region sind die religiösen Kräfte auf dem Vormarsch. Vielerorts spielen die Regime den Fundamentalisten in die Hände; in einem Klima der verbreiteten Unfreiheit bleiben oft die Moscheen der einzige Ort des politischen Diskurses. Diese Plattform der politischen Kommunikation fehlt den Liberalen. Im Übrigen, so die Analyse, bringen viele Araber den Liberalismus mit wirtschaftlichen Praktiken in Verbindung, die zwar Privatisierung und Deregulierung gebracht haben, keinesfalls aber die ökonomische Situation der großen Mehrheit in der der Bevölkerung verbessert hätten. Im Gegenteil treibe, so die NAL-Analyse, die fortschreitende Verelendung breiter Volksschichten in Teilen der arabischen Region die Massen in die Arme der Islamisten.
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| Gruppenbild mit liberaler Dame: Mitglieder des Netzwerkes Arabischer Liberaler in Ain Souchna/Ägypten |
Derweilen verschoben die Delegierten die Entscheidung über den endgültigen Standort des Sekretariats des Netzwerkes: entsprechende Angebote liegen aus Beirut, Kairo und Casablanca vor. Im März 2008 wollen sich die arabischen Liberalen in Beirut wieder treffen. Dann soll es zuvorderst darum gehen, wie die liberalen Botschaften professionell und publikumswirksam an den arabischen Mann und die arabische Frau gebracht werden können.
Dr. Ronald Meinardus
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