Beirut: Arab-Economic-Freedom-Konferenz
Erstmalig ist es der Friedrich-Naumann-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Fraser Institut gelungen, ihre erfolgreiche Förderung der wirtschaftlichen Freiheit auch auf die arabische Region auszudehnen. Auf der Basis verschiedener ökonomischer Indikatoren misst das kanadische Fraser Institut seit einem Jahrzehnt den Grad der weltweiten wirtschaftlichen Freiheit. Die Entwicklung – also die Verbesserung oder Verschlechterung des Freiheitsgrades in nationalen Ökonomien – wird seit 1996 in einer jährlichen Publikation festgehalten. In Deutschland wird dieser Jahresbericht vom Liberalen Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung veröffentlicht.
Über diesen Jahresbericht hinaus arbeitet die Stiftung gemeinsam mit dem Fraser Institut auch auf regionaler Ebene an der Verbreitung ökonomischer Freiheit und der Liberalisierung von Wirtschaftspolitik durch unterschiedliche Seminare und Konferenzen. So ist es beispielsweise in Asien gelungen, ein regionales Netzwerk von unabhängigen Forschungsinstituten zu gründen, das sich diesen Fragen widmet.
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| Michael Walker, Präsident des Fraser Instituts |
Nun hat die Stiftung gemeinsam mit dem Fraser Institut, der OECD sowie der International Research Foundation aus Oman die erste regionale Konferenz dieser Art in der arabischen Welt in Beirut organisiert. Unterschiedliche Workshops befassten sich mit den Vorteilen wirtschaftlicher Freiheit, dem Anteil externer Investitionen in der arabischen Welt, den Besonderheiten der Region wie den Ölvorkommen oder auch mit Fragen der Vereinbarkeit von Religion und marktwirtschaftlichem System.
Drei Workshops befassten sich mit spezifisch libanesischen ökonomischen Fragen. Ganz ohne Zweifel hat der Libanon eines der freiesten marktwirtschaftlichen Systeme der Region außerhalb der Golfstaaten, er bewegt sich jedoch aufgrund seiner fragilen politisch-konfessionellen Konstruktion auch immer am Rande des Abgrunds. Insofern hängt die relative Markfreiheit eng am – hier – fast totalen Staatsversagen. So zahlen beispielsweise weite Teile der Bevölkerung im Süden keine Stromgebühren, da sie dem Staat seine Legitimität absprechen und dieser keine Durchsetzungsmechanismen besitzt. Am deutlichsten wurde die staatliche Schwäche in den Tagen nach dem Juli-Krieg, als es die Hizbollah war, die mit schwerem Gerät die Aufräumarbeiten in den stark zerstörten Beiruter Vororten durchführte.